Kerning und Ligaturen im Browser

WebfontsWebdesigner wurden – im Gegensatz zu den Kollegen aus dem Print – lange Zeit bei der Wahl einer individuellen Schriftart massiv eingeschränkt. Diese grauen Tage sind zwar noch nicht ganz vorbei, in letzter Zeit wurden jedoch einige Techniken entwickelt oder zumindest neu entdeckt die uns bei der Arbeit mit Schriften unterstützen. Nach Flash- und JavaScript-Replacements wie Cufon oder SiFR hat sich die CSS-Eigenschaft @font-face in den Mittelpunkt gerückt, über die ich ja bereits einige Male berichtet habe. Nun habe ich erfahren, dass Browser der jüngsten Generation neben Webfonts auch Ligaturen und Kerning beherrschen.

Was ist Kerning?

Der Begriff Kerning beschreibt den Abstand, bzw. die optische Anpassung des Freiraums zwischen verschiedenen Buchstaben. Im Deutschen wird Kerning mit Unterschneiden bzw. Spationieren übersetzt – je nachdem ob der Weißraum vergrößert oder verkleinert werden soll. Hochwertige Schriftarten greifen bei bestimmten Buchstabenkombinationen auf eine sogenannte Kerning-Tabelle zurück und passen das Schriftbild entsprechend an.
Ein anschauliches Beispiel ist die Buchstabenkombination “AV”. Wird hier kein Kerning verwendet, so scheint das “V” in der Regel zu weit vom “A” entfernt zu sein.

Kerning


Was sind Ligaturen?

Als Ligatur bezeichnet man die Verbindung von mindestens zwei Buchstaben zu einer optisch harmonischen Einheit. Wie auch beim Kerning verfügen nur hochwertige Fonts über Ligaturen und greifen auf eine Tabelle zurück falls eine bestimmte Buchstabenkombination verwendet wird. Ein Beispiel für den Einsatz von Ligaturen ist die Buchstabenkombination ff oder tt. Das nachfolgende Beispiel zeigt eine sehr schöne Ligatur der Schriftart Heroine.

Ligaturen


Kerning und Ligaturen im Browser

Vor Kurzem habe ich erfahren, dass Kerning und Ligaturen in modernen Browsern (Firefox, Safari, Chrome) bereits möglich sind sofern im Browser selbst die Option optimizeLegibility aktiviert wurde. Das ist jedoch nicht immer der Fall und muss mitunter sogar mittels Plugin realisiert weden.Lediglich im Firefox ist die Funktion standardmäßig aktiviert.

Um Ligaturen und Kerning in Safari zu aktivieren muss zunächst ein Plugin heruntergeladen werden. Der Webdesigner Chris Morrell stellt auf seinem Blog das selbstgecodete Plugin zur Verfügung.

Nachdem die Extension installiert wurde (Extentions müssen innerhalb von Safari erlaubt sein) werden in Safari Ligaturen und Kerning angezeigt. Allerdings sind die Änderungen mitunter kaum zu erkennen. Abgesehen davon müsst Ihr schon eine Website aufrufen die Webfonts nutzt da die Standard-Schriftarten wie Arial, Verdana und oder Times New Roman in der Regel kein echtes Kerning können und somit kein Effekt zu beobachten ist.

Mehr Typo!

Ich finde die Entwicklungen der letzten Monate großartig da es nun auch im Web endlich brauchbare Möglichkeiten gibt schöne Schriften zu verwenden. Wie schaut es bei Euch aus? Nutzt Ihr bei Euren Projekten Webfonts oder Font-Replacements? Oder arbeitet Ihr größtenteils mit den fünf Standard-Fonts?
Wenn Ihr Lust habt die Extension kurz zu installieren freue ich mich über Links zu guten Beispielseiten in den Kommentaren!

Dieser Artikel ist inspiriert von einem Artikel auf Fontblog. Vielen Dank!

Photoshop CS4 für Webdesigner

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2 Reaktionen auf diesen Beitrag

  1. Jens B.
    15. Juli 2010, 15:03 Uhr

    Die Entwicklungen der letzten Monate sind lange überfällig. Kerning ist eigentlich ein MUSS, insbesondere bei größeren Schriften. Beim Einsatz von klassischen Systemschriften für Fließtext sicherlich auch wünschenswert, aber soviel Detailtypografie wäre bei der Masse an Informationen sicherlich auch nur etwas für automatisches Kerning mit entsprechenden Kerningtabellen. Letzteres wird sicherlich noch mal 2-3 Jahre dauern – wenn nicht länger. Ich bin gespannt. Klasse Beitrag in jedem Fall. :)

  2. Maria
    8. August 2010, 18:11 Uhr

    Es tut sich was. Das ist mehr als gut. Hoffentlich geht die Entwicklung schnell voran. Nicht das es noch 10 Jahre dauert, eh sich wirklich bahnbrechend was tut.

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